Was ich euch erzählen…

SCHREIBÜBUNG „JETZT“

Der folgende Text zeigt eine Schreibübung, bei der man intuitiv sofort aus dem Nichts im Jetzt schreibt…

Es ist so viel, was ich euch erzählen möchte und ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. In meinem Kopf kreisen so viele Themen, die in unterschiedliche Richtungen laufen. Mich zu entscheiden, war schon immer eine meiner schwächsten Übungen. Das Leben ist so bunt und so vielfältig, dass alles gelebt werden möchte und zwar sofort und hier und jetzt. Was soll man davon zurückstellen, wenn doch alles gleichsam schön und zauberhaft ist.

Die Sonne scheint und gleichzeitig weht der Wind. Es kann sogar noch im gleichen Atemzug der Regen fallen und dann entsteht aus allem, was ist, ein wundervoller Regenbogen. Warum also nur über die Sonne schreiben oder nur über den Regen oder über den Wind, wenn doch alles zusammen das bunteste von Allem ergibt, den schillernden Bogen, auf dem wir wandern können, zu ungeahnten Ufern, fern von dieser Welt, hinein… in ein unbekanntes Universum.

Was soll ich nur schreiben und wo soll ich beginnen. Es erscheint mir wie die Qual der Wahl. Unendlich viele Themen hält diese Welt für uns bereit und dabei wurde jedes Thema schon viele Tausend Male beschrieben. Aber genauso einzigartig, wie jeder Mensch ist, ist auch jedes Thema, das beschrieben werden will, einzigartig in seiner Version. Wer kann mit meinen Worten sprechen, wer kann meine Gedanken denken, wer kann schreiben auf meine Weise… Ich bin es und du bist es… ich auf meine und du auf deine Weise.

Was ich euch erzählen möchte endet nie. Es hat weder Anfang noch Ende. Es fließt bereits und der Anfang ist bereits getan. Wir sind mitten drin… schreiben… schreiben… schreiben…

Der Fluss des Schreibens, die Leichtigkeit des Schreibens, plötzlich fühle ich es ganz bewusst und erkenne, dass die Leichtigkeit des Schreiben schon immer da war und da sein wird. Meine Finger tippen die Worte von allein in den Computer. Es ist, als ob ich selbst das mitlese, was meine Finger gerade geschrieben haben. Und da frage ich mich: habe ich zuerst gedacht, was ich schreibe oder schreibe ich zuerst das, was ich gleich denken und dann lesen werde. Alles ist eins – alles ist eins.

Was ich euch erzählen möchte liegt in mir, tief verborgen, wartet darauf, aufgeschrieben zu werden. Es ist wie eine Meditation, ein Fließen, ein Heranspülen von Wellen… immer wieder… eine ewig gleiche Wiederholung des ewig gleichen Liedes, das doch so individuell und verschieden besungen werden kann.

Was ich euch erzählen möchte ist das, warum wir hier sind. Jeder trägt die Antwort, warum er hier ist, tief in sich selbst und bei jedem fällt die Antwort anders aus. Die Antwort ist so vielfältig wie das Leben selbst, so vielfältig wie die Menschen darin, so vielfältig wie die Blumen im Wind, so vielfältig wie die Tiere dieser Welt. Und doch geht es bei jeder Antwort immer um das gleiche eine. Warum sind wir hier? Wir sind hier, um uns wieder zu finden… um das zu finden, was nie verloren ging… um das zu erkennen, was offensichtlich ist… um das aus dem Innersten nach Außen zu kehren, was uns überall im Außen umgibt… um das zu beschreiben, was nicht beschreibbar ist… um das zu denken, was nicht gedacht werden kann… um das zu tun, was nicht getan werden kann… und dennoch seinen Ausdruck findet, in allem was ist.

Borretschblüte

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