Märchen

Märchen überliefern viel Weisheit und die Regeln der Naturgesetze. Wer es weiß, die Märchen richtig zu verstehen, kann bewusst daraus lernen. Aber auch wenn wir sie nicht verstehen, können die in den Geschichten versteckten Botschaften im Unterbewusstsein wirken.

Die Tugenden

Stets erzählen uns die Märchen von Tugenden wie Fleiß, Freundlichkeit, Ehrlichkeit und Mut. Dass das Verfügen über die Tugenden allein jedoch nicht ausreichend ist, um ein zufriedenes und glückliches Leben zu führen, wird uns zum Beispiel im Märchen Aschenputtel erzählt.

Hier geht es zur Aschenputtel-Botschaft (anklicken)

***

Frau Holle oder Frau Hölle

Das Märchen von Frau Holle zeigt uns eindrücklich, dass ein und dasselbe Verhaltensweisen ganz unterschiedliche Ergebnisse nach sich ziehen können. Beim genaueren Betrachten wird jedoch offensichtlich, dass es sehr große Unterschiede im Verhalten der beiden Schwestern gibt. Zum einen ist die Intension sehr unterscheidlich und entscheidend für das Ergebnis (mache ich etwas aus Mitgefühl und Liebe oder mit Unlust und nur um ein bestimmtes Ziel zu erreichen) und zum anderen wird bei Frau Holle der Frage nachgegangen, ob die Tugenden wie Fleiß und Freundlichkeit echt oder nur gespielt sind. Sind sie gespielt, können sie nicht lange aufrecht erhalten werden und äußern sich schnell in schlechter Laune und Faulheit.

Die Schwester, die somit über die wahren Tugenden verfügt, wird mit Gold belohnt. Die Schwester, die die Tugenden nur gespielt hat und kein Mitgefühl zeigt, wird mit Pech belohnt. Die Tugenden stehen für die Verbindung mit dem Heiligen Geist. Kommen diese zum Einsatz, das heißt, wenn der Heilige Geist die Taten durchdringt, kommt als Ergebnis Gold zum Vorschein (Verbindung vom Heiligen Geist mit der Materie). Fehlt jedoch der Heilige Geist, so entsteht auf der materiellen Ebene nur Pech und Unglück.

***

Märchen erzählen dem Menschen von den Naturgesetzen, das heißt von Tugenden auf der einen Seite und von Lastern auf der anderen. Oft wird in den Geschichten die Rechtschaffenheit unter Beweis gestellt. Auch am Beispiel von Frau Holle ist dies Fleiß, Freundlichkeit und Mut, was von den negativ besetzten Personen als „niedrig“ bezeichnet wird (Umkehrung von lebenswichtigen Werten). Die Asche zeigt dem Leser jedoch schon an, dass diese in Kürze ins rechte Licht gesetzt werden (wie der Phönix aus der Asche).

Verbindung zur Anderswelt / Innenwelt

Oft sterben im Märchen die leiblichen Eltern, was für eine Abnabelung steht. Zeitgleich baut die Hauptfigur eine Verbindung zur unsichtbaren Welt auf (Mutter Erde/Frau Holle/Himmel Vater) und kann mit dieser kommunizieren. So beherrscht Cinderella zum Beispiel die Tierkommunikation und kommt über einen Haselnussstrauch (den man auch gleichbedeutend mit dem Lebensbaum sehen kann) in Verbindung mit feinstofflichen Wesen wie Feen. Für Menschen, die diesen Zugang nicht haben, wirkt es wie ein Zauber oder Magie.

Auch spielt der Schuh eine besondere symbolische Bedeutung und Schlüsselrolle. So wird der Schuh in alten Überlieferungen oft in Verbindung mit Freiheit und Selbstbestimmung gesehen, wohin gegen Sklaven und Kriegsgefangene barfuß laufen mussten. Das Ausziehen von Schuhen wurde somit als ein Abtreten von Rechten, das Anziehen als Anerkennung selbiger interpretiert. Auch bietet der Schuh Schutz. In der heutigen Wohlstandsgesellschaft kehrt sich der Trend mitunter wieder um, so dass es im weiteren Sinne als befreiend und erdend erlebt wird, wenn man keine Schuhe mehr trägt, sondern stattdessen wieder barfuß läuft. Somit wird in der Weiterentwicklung  das Barfußlaufen als Freiheitssymbol verstanden.