Cinderella – Aschenputtel

Aschenputtel – tugendhaft, aber arm

Das junge Mädchen Aschenputtel erleidet bereits in sehr jungen Jahren Schicksalsschläge, indem sie beide Elternteile verliert. Hiermit ist der Verlust der Verbindung bzw. des Bewusstseins zu Mutter Erde Göttin und Vater Himmel Gott gemeint. Dieses ist wahrhaftig ein Schicksalsschlag, denn von nun an ist sich Aschenputtel nicht mehr ihrer wahren Herkunft bewusst. Auch Jesus erwähnte immer wieder, dass einzig und allein Gott im Himmel unser Vater ist. Die Mutter starb bereits bei der Geburt… ein Hinweis, dass wir den bewussten Kontakt zu Mutter Erde noch früher verloren haben.

Im Dienst das falschen Herrn

Trotz dieser Verlust, bleiben jedoch die Tugenden von Aschenputtel erhalten. Stets ist sie fleißig, ehrlich, freundlich und wenn’s sein muss, sogar mutig. Verhängnisvoll ist jedoch, dass Aschenputtel ihre vorbildlichen Tugenden für die dunkle Seite einsetzt, indem sie der bösen Stiefmutter und deren hinterlistigen Töchtern dient. Fleiß, Freundlichkeit und Mut wird nun von den negativ besetzten Personen als „niedrig“ bezeichnet (Umkehrung von lebenswichtigen Werten). Die Asche zeigt dem Leser einerseits an, dass Aschenputtel sich mit diesem falschen Dienst selbst beschmutzt. Speziell im Gesicht ist diese Negativität zu sehen. Auch ist sie arm, denn setzt man die Tugenden für die falsche Seite ein, folgt immer Armut für den eigentlich Rechtschaffenden. Andererseits zeigt die Asche jedoch auch an, dass die Situation auch das Potential hat, alles ins rechte Licht setzen zu können. Würde dies geschehen, könnte Cinderella wie der Phönix aus der Asche auferstehen. Als kleines abhängiges Kind mag Cinderella keine andere Wahl gehabt haben, als den bösen Kräften zu dienen, aber als junge Frau ist es Aschenputtels Aufgabe, die Intrigen zu durchschauen und ihre Tugendhaftigkeit nicht mehr in den Dienst der dunklen Seite zu stellen.

Spirituelle Lernaufgabe

Um dies zu lernen, werden Aschenputtel verschiedene Aufgaben gestellt: „Die Guten ins Töpfen, die schlechten ins Kröpfchen.“ Sie muss somit lernen, gut und böse unterscheiden zu können. Auch macht sie die Erfahrung, dass sie die Vögel (Engel) um Hilfe bitten kann. Und so erledigt sie die Aufgaben schnell, was ihr in dem Moment jedoch nichts nützt, da die Stiefmutter ihr Versprechen nicht hält und lügt. Dies ist eine weitere Botschaft des Märchens, die guten und schlechten (Lügner) unterscheiden zu lernen.

Wunscherfüllung

Als nächstes lernt Aschenputtel, dass die Stiefmutter (der kontrollierende neidische und machtbesessene Verstand) nicht die richtige Instanz ist, bei der man um etwas bitten muss, denn hier werden einem stets die Wünsche verwehrt. Ganz anders sieht es hingegen bei der Verbindung der „verstorbenen“ Mutter aus, die im Grunde nicht verstorben ist, sondern deren heiliger Geist immer um Aschenbuttel herum ist. Hier werden ihr alle Wünsche erfüllt, die sie ausspricht. Somit macht das Aschenputtel die Erfahrung, dass nach und nach, ihre eigenen Wünsche erfüllt wird, sofern sie diesen folgt. Stets sind die Wünsche reinen Herzens (in die Natur gehen, dass die Schönheit nach Außen strahlt, zum Ball gehen, den Prinzen treffen). Dabei verbindet sich Aschenputtel mit hilfreichen Tieren oder Feen, was ein Hinweis dafür ist, dass sie sich mit dem Heiligen/Heilenden/Höheren Geist verbindet bzw. mit Gott oder dem Gottesvertrauen. Diese Verbindung wird stets belohnt (mit schönen Kleidern).

Mut, den eigenen Weg zu gehen

Die Wünsche von Aschenputtel stehen natürlich nicht im Einklang mit der Stiefmutter. Somit drohen Bestrafung und Schmerz. Aber dieses Risiko geht Aschenputtel ein. Ihre eigenen Wünsche sind ihr wichtiger. Die Stiefmutter steht hier stellvertretend für den kontrollierenden Verstand sowie Neid, Missgunst oder machtbesessene Gedankenmuster (der Matrix). Es wird somit angezeigt, dass nur die kontrollierende Angst den Menschen in der Gefangenschaft und Versklavung halten kann, der jedoch bei genauerem Hinsehen wenig echte Macht hat.

Zwischen den Welten

Aschenputtel bewegt sich im Märchen für eine Zeit zwischen diesen beiden Kräften hin und her. Ihr Herz wünscht sich, beim Prinz (Heiligen Geist) zu sein, aber ihr Verstand ermahnt sie immer wieder, zurückzugehen. Als das Aschenputtel beim dritten Treffen den Schuh auf der Treppe verliert (der am Heiligen Geist kleben blieb), ist dies ein eindeutiger Hinweis, dass sie sich von Ihrer Seite entschieden hat. Ein Schuh steht für Freiheit und Selbstbestimmung. Nun macht sich der Prinz (der Heilige Geist) auf den Weg, um das Aschenputtel auszuerwählen – ein Hinweis, dass der Mensch nur von Gott selbst auserwählt werden kann. Aschenputtel wird gefunden und lässt sich den Schuh des Heiligen Geistes anziehen. Von dem Moment an verwandelt sie sich auch Äußerlich in ihre wahrhaftige Erscheinung, denn werden die Tugenden in den Dienst der heiligen Geistes gestellt (und nicht in den Dienst des kontrollierenden Verstandes), wird aus dem mit schwarzen Ruß beschmierten Aschenputtel eine wunderschöne würdevolle Prinzessin.

Das große Loslassen

An dieser Stelle sei noch der Aspekt erwähnt, dass Aschenputtel alles aus ihrem alten Leben loslassen muss (das Elternhaus ebenso wie die gesamte Familie), um ihren Traum mit dem Prinzen zu leben. Im übertragenden Sinne wird hier der Heilige Geist mit der Materie durchdrungen, wodurch die Materie reicher und schöner wird als jemals zuvor. Die eigentliche Aufgabe des Lesers ist somit, sich des Heiligen Geistes bzw. Gott wieder bewusst zu werden, sich von dieser heiligen Kraft führen zu lassen, so dass alle Materie damit durchdrungen wird und in ihrer höchsten Schönheit erstrahlen kann.

Erblindung

Im Originalmärchen haben sich die beiden Stiefschwestern aus Habgier selbst die Zehen bzw. die Verse des linken Fusses (falscher Weg) abgehackt und damit sich selbst Schmerz zugefügt. Auch wurden den beiden Stiefschwestern am Ende von den Tauben die Augen ausgepickt, so dass sie erblindeten. Dies ist ein Hinweis darauf, dass derjenige, der dem falschen Herren dient,  nicht Recht sehen können und damit in der Dunkelheit wandeln müssen.

und wenn sie nicht gestorben sind…

…dann leben sie noch heute! Dieser letzte Hinweis zeigt, dass die im Märchen aufgeführten Gesetzmäßigkeiten einerseits noch heute Bestand haben und andererseits, dass der Heilige Geist unsterblich ist bzw. die Materie (der Körper) stirbt, aber das wahre Wesen, die Seele oder der Heilige Geist, unsterblich ist.

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