Leopard

Krafttier Leopard & Panther

Der Leopard ist nach Tiger, Löwe, Jaguar die viertgrößte Großkatze. Neben dem hellbrauch-schwarz-gepfleckten Tier ist auch der schwarze Panther ein Leopard. Der Unterschied liegt nur darin, das das geflecktes Fell des Panthers fast durchgehend dunkel bzw. schwarz erscheint. Auch gibt es Tiere mit sehr hellem Fell, die sogenannten Schneeleoparden.

Fokussierter Grenzgänger

Beim gepfleckten Fell bekommen wir bereits einen Hinweis darauf, dass der Leopard sich zwischen Licht und Schatten bewegen kann. Dieses nachtaktive Tier ist ein Grenzgänger, der auch im Dunklen und Verborgenen auf die Jagd gehen kann. Dabei ist er stets fokussiert.

Ein Leopard ist ein Tier des Rückzugs und der Beobachtung. Er kann auf den richtigen Moment warten, indem er dann gezielt vorprescht. So hat er aktive Zeiten, aber auch ruhige Zeiten. Leoparden verbringen die meiste Zeit auf den Bäumen, wo sie gut getarnt sind.

Die Lehre des Leoparden ist, den eigenen Instinkten und inneren Gefühlen bedingungslos zu vertrauen. Dadurch können Situationen und Gefahren schnell erkannt werden, so dass ein zielgerichtetes und schnelles Handeln möglich ist.

Begegnet uns dieses Krafttier, dann geht es darum, das Ego mit dem Höheren Selbst zu verbinden ! ! ! Du bist stark genug, um die bevorstehenden Hindernisse zu meistern. Krallen und Fokus sind dein Jagdinstinkt, wobei der weise Krieger seine Macht nie missbräuchlich einsetzt.

Stärke und gütige Macht unter einen Hut zu bringen ist nicht leicht, aber es ist das Ziel, dieses in den Einklang zu bringen. Der Leopard führt dich zu deiner eigenen Stärke zurück und zeigt dir dein ganzes kraftvolles Potential. Mitunter beschreitet er einsame Wege, was jedoch dem Ziel dient, stärker und erfahrener zu werden. Einsame Lebensphasen sind Prüfungen, denn es zeigt, ob du es würdig bist, ein Anführer zu sein (der mit seiner Entscheidung auch allein dastehen kann). Und es zeigt, ob man mit der eigenen Macht, Stärke und dem Einfluss alleine umgehen kann oder ob man daran zugrunde geht (was durch ein großenwahnsinniges Ego passieren kann).

Somit ist der Leopard eine schwierige aber starke Medizin, die unglaublich viel Kraft hervorbringen kann. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 58 km/h laufen, klettern und springen diese Tiere mit dem Wind und lehren uns, die Balance auch in rasanten Situationen zu halten.

Leoparden, die mitunter strahlend blaue oder grüne Augen haben, leben in Asien und Afrika. Oft werden sie mit dem schnelleren Geparden oder dem aus Amerika stammenden Jaguar verwechselt. Ersteres Tier ist mit 100 km/h das schnellste Landtier der Welt. In der Kraft ist der Leopard dem Gepard jedoch überlegen. Auch hat der Leopard die Fähigkeit, seine Krallen einzuziehen, was ihm das Klettern erleichtert. Im übertragenen Sinne weißt es darauf hin, dass diese Tiere sich zähmen lassen können. Eine alte Überlieferung sagt, dass eine chinesische Göttin des westlichen Paradieses (Hsi Wany Mu) zur einen Hälfte aus einem Leopard besteht. Dies weißt vermutlich auf ihr Krafttier hin. Bekannt wurden Krafttiere unter anderem auch in dem Film „Der Kompass“.

Die Befreiung des Geistet 

Der deutsche Dichter, Rainer Maria Rilke, hat dem schwarzen Leoparden ein Gedicht gewidmet, in dem es um die Befreiung des Geistes geht. Wie der Panther im Gedicht, hat der Mensch selbst im Laufe seines Lebens eine Vielzahl an begrenzenden Gedankenmustern um sich herum aufgebaut, die ihn oft in Situationen gefangen halten, aus denen er eigentlich gern ausbrechen würde. Dabei dreht er sich ständig im Kreis und sieht die begrenzenden Gitterstäbe in Form von menschen-gemachten Gesetzen und Limitierungen an sich vorbeiziehen. Er verfügt zwar über einen „freien“ Willen, mit dessen Kraft er sich aus diesen Begrenzungen befreien könnte, aber oft steht der Mensch wie betäubt in seinem Leben und führt sein unglückliches Leben auf gewohnte Weise weiter. Rilke gibt in seinem Gedicht einen Hinweis zu Lösung, die nur im Folgen des Herzens liegen kann.

Der Panther 

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf —. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille —
und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke, September 1903

 

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