Erinnerung an frühere Leben

Vor kurzem wunderte ich mich, warum ich in Deutschland geboren wurde, denn ich erinnere mich daran, dass ich vor mehr als 100 Jahren schon mal nach Neuseeland ausgewandert bin… nach Christchurch, Hafen Littelton. Vieles in der Gegend erkenne ich wieder, Wanderwege am Vulkankrater der Halbinsel Banks, den Flussweg am Aron-River von Christchurch, die alten Bäume im Botanischen Garten, Wälder Nahe des Ortes von Little River… selbst einige alte und historische Friedhöfe wirken auf mich vertraut. Ich frage die Geistige Welt, warum ich denn wieder in Deutschland geboren wurde, obwohl ich ja schon mal nach Neuseeland ausgewandert bin? Sie sagen, ich musste noch Familienkarma in Deutschland auflösen, was ich auch tat. Als das erledigt war, wurde ich wieder nach Neuseeland gerufen von der “Fee des Südens”. All das wird mir natürlich erst zu einem späteren Zeitpunkt bewusst.

Meine liebe Großtante ist auch nach Amerika ausgewandert. Es muss kurz vor dem 2. Weltkrieg gewesen sein. Sie ist dann später wieder zurückgekehrt nach Deutschland, hat in Himmelpforten bei Stade gelebt. Sie ist mit über 80 immer noch nach Amerika geflogen, um Familie und Freunde in Übersee zu besuchen. Als sie starb, hinterließ sie den deutschen Verwandten einen Teil der Innenausstattung ihres Hauses, aber ehe ich mich versah, war schon alles aus dem Stadthäuschen ausgeräumt, so dass nichts mehr übrig blieb. Über Umwege fand dann Jahre später ein Überseekoffer meiner Großtante zu mir, den ich immer so schön fand. Intuitiv wusste ich damals bereits, dass er eine Botschaft enthält. Als ich dann vor einigen Jahren gänzlich ungeplant und mit nur einem Koffer nach Neuseeland ging, und bis heute nicht mehr zurückkehrte, erhielt ich eine Nachricht von meiner Großtante aus der geistigen Welt. Sie sagte, dass alles was ich brauche, ein Koffer ist. Alles andere wird mir gegeben. Und so erlebe ich es bis heute.

Die erste Zeit habe ich nicht recht verstanden, warum das alles passierte, doch dann hörte ich das Kurzgedicht von Heinrich von Kleist… und wer dies liest, mag ähnliches erlebt haben:

„Das Paradies ist verriegelt und der Cherub hinter uns; wir müssen die Reise um die Welt machen und sehen, ob es vielleicht von hinten irgendwo wieder offen ist.“

Wir haben uns auf den Weg gemacht… und manchmal muss man um die halbe Welt reisen, um zu erkennen, dass das Paradies bereits hier ist. Genau hier, wo wir jetzt gerade sind. Man kann es überall finden, da es in uns selbst ist. Wie der Lebensbaum!
Es ist das Leben selbst…das ewiglich währt… über alle Grenzen hinweg, weit über die Materie hinaus. Wir sind heilige geistige Wesen, die sich nur einen Körper von der lieben Mutter Erde geborgt haben, um menschliche Erfahrungen zu machen. Aber dennoch bleiben wir dieser ewige heilige Geist, der durch uns alle einen so wundervolle und vielfältigen Ausdruck erhält. Glücklich der, der den Lebensbaum findet und ihm Ausdruck verleiht durch Kunst, Gedicht oder einfach nur durch das Sein.

Kurzgeschichte von Heike Michaelsen

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