Der Auserwählte

Jeder hat schon einmal von dem Auserwählten gehört! Aber wer ist der Auserwählte? Von wem wird er auserwählt? Und was ist seine Aufgabe?

Diesen Fragen gehen moderne Filme ebenso nach wie alte Schriften. Letztere berichten davon, dass entweder Gott den Auserwählten frei und bedingungslos bestimmt oder dieser sich erst als würdig erweisen muss, um auserwählt und erlöst zu werden. In Filmen über den Auserwählten kommen noch weitere Aspekte zum tragen, zum Beispiel in der Trilogy Matrix. Hier wird der Auserwählte Neo von Keanu Reeves gespielt. Das interessante ist, dass Neo anfangs selbst nicht daran glaubt, er sei der Auserwählte, obwohl ihm das von verschiedenen Menschen mitgeteilt wird. Um mehr Klarheit zu gewinnen, sucht Neo ein Medium auf, welches ihm die Frage beantworten soll. Das Medium bestätigt ihm jedoch nicht, dass er der Auserwählte ist. Vielmehr teilt ihm das Medium im Nachhinein mit, dass jemand nicht allein Kraft seines Glaubens zum Auserwählten wird, sondern insbesondere Kraft seiner Taten (…es ist ein Unterschied, ob man den Weg nur kennt oder ob man ihn beschreitet).

Schauen wir uns den Film Matrix weiter an, dann sehen wir zum Ende des ersten Teiles, wer den Auserwählten bestimmt: es ist die Frau Trinity (nicht Gott), die den Auserwählten erwählt. Dies ist ihre frei Wahl im menschlichen Sinne, wobei ihr Höhere Selbst oder ihre Seele es schon vorab erwählt haben mag. Dies wird auch in dem Film so dargestellt, denn Trinity offenbart Neo seine Liebe nicht in der Matrix, sondern in dem Raum außerhalb der irdischen Welt, dass heißt, in den höheren Ebenen, in denen die irdische Welt (Matrix) nicht existiert, wohl aber eine andere Matrix als eine Art Parallelwelt. Diese Ebene scheint eine Art erwachte Anderswelt zu sein, eine höhere oder Seelenwelt.

Überwindung des Todes

Ein weitere Aspekt dieser sehr interessanten Szene ist, dass Trinity Neo ihre Liebe im Moment seines Todes offenbart. Dadurch, dass sie ihm mitteilt, dass sie ihn liebt und er ihr Auserwählter ist, fängt Neo endlich an, selbst an sich zu GLAUBEN und überwindet damit den eigenen Tod und erlangt auf Erden (in der Matrix) das ewige Leben. Von nun an ist er unverletzlich, ja sogar unsterblich.

Die Erlösung

Somit scheint die zentrale Aufgabe des Auserwählten die Erlösung vom Tod und vom Leid zu sein! Doch wie sieht das in der praktischen Umsetzung aus, dass heißt in unserem Alltag? Um dies im täglichen Alltag zu praktizieren, muss man wissen, dass der zentraler Ansatz des lebendigen Gottes bzw. des lebendigen ewigen Mysteriums immer das Leben selbst ist. In den Essener Schrift weißt der Auserwählte Jesus immer auf folgenden Umstand hin: „Leben kommt nur von Leben und vom Tod kommt der Tod.“ Stellt man sich die Frage, womit auf der Erde alles Leben beginnt, dann liegt die Antwort im lebendigen Samen.

„Der Gedanke ist der Saatkorn der Tat.“ – Ralph Waldo Emerson

Schlüsselrolle allen materiellen Lebens spielt somit der Same. In Bezug auf ein Liebespaar spielt dabei der lebendige Same des Mannes, der auch als heilig bezeichnet wird, eine Schlüsselrolle. An dieser Stelle und für weitere Ausführungen wird auf das Kapitel Der Heilige Same des Mannes) verwiesen.

Auch Jesus und Buddha haben bereits versucht, Krankheit, Leid und Tod auf Erden zu überwinden. In Überlieferungen wird immer darauf hingewiesen, dass dies nur in der Vereinigung der Gegensätze geht, in der Einheit und der Überwindung der Trennung, bzw. Zweiheit. Hier ist natürlich im speziellen die Einheit von Mann und Frau gemeint. Der männlichen Kraft wohnt dabei die Aktivität inne und der weiblichen Kraft das Empfangende, sich öffnende und hingebende. Voraussetzung dafür, dass die Frau sich wirklich hingeben kann, ist der reine Geist des Mannes, der heilige Geist, der frei ist von Verunreinigungen und Negativem. Nur wenn der Geist des Mannes heilig ist, wird die Frau sich öffnen und ihm die wahrhaftige Liebe in all ihrer Schönheit schenken.

Der Mann kann ohne die Frau niemals diese Einheit erlangen und auch die Frau braucht den Mann, um ganz zu sein (im Sinne von vollkommen).

Im englischen Sprachgebrauch wird genau dieser Sachverhalt deutlich. Schaut man sich „man“ und „woman“ einmal genauer an, dann erkennt man, dass im Wort „woman“ das Wort „man“ enthalten ist. Erst in der Frau, wird der man Ganz. Gleiches sieht man bei „male“ (männlich) und „female“ (weiblich) oder „he“ (er) und „she“ (sie), wobei „sie“ sowohl für das weibliche steht als auch für mehrere.

Die Verbindung von Mann und Frau allein reicht aber noch nicht aus, denn dies konnte ja auch bei Adam und Eva geschehen, die aus dem Paradies gefallen sind. Das entscheidende ist, dass in der Verbindung von Mann und Frau insbesondere der Heilige Geist mit einfließt. Im Film Matrix erkennen wir das an dem Namen der Frau: Trinity = Dreiheit. Es meint das Männliche, das Weibliche und der Heilige Geist.

In den patriarchalischen Überlieferungen der Bibel wird immer vom Vater, vom Sohn und vom Heiligen Geist gesprochen, da dieses Glaubenssystem generell auf den Mann bezogen ist (worin sein größter Fehler liegt). Schaut man sich hingegen das 7. Naturgesetz an „Weiblich/Männlich“, dann wird schnell klar, dass es in der Schöpfungsgeschichte Vater, Mutter und Heiliger Geist heißen müsste, wodurch es zur wahrhaftigen Schöpfung, der Liebesschöpfung kommt. Schöpfungen ohne dem Heiligen Geist fehlt auch die Heilige Liebe, wodurch all diese Schöpfungen ins Verderben führen, was wir auch den Sündenfall nennen und überall auf der Erde beobachten können.

Ausweg aus dem Sündenfall

Um dem Sündenfall zu entkommen, müssten wir somit wieder zurückkehren zum Heiligen Geist gelangen. Dieser Geist ist so heilig, dass er sogar über Gott steht und diesen „nur“ durchfließt. Er ist der Quell ohne Namen – das NICHTS und ALLES-WAS-IST. Der Heilige Geist verurteilt und bewertet nichts, da er alles, was ist, das Gute wie auch des Böse, vollends durchdringt. Er macht keinen Unterschied, wie die Sonne, die mit ihren Strahlen alles berührt, das Gute wie das Schlechte und keines dem anderen vorzieht.

Dieser Heilige Geist ist natürlich in uns allem, in der Frau ebenso wie in dem Manne, da beide Geschlechter immer beides in sich vereint haben. Dennoch spielt der Mann auf der Erde insbesondere die Aspekte des Heiligen Geist, das heißt, das Aktive, Durchdringende. Deswegen ist es ganz besonders wichtig, dass wenn sich ein Mann mit einer Frau vereinigen möchte, er über einen reinen heiligen Geist verfügt. Nur dann kann eine wahrhaftige Öffnung und ein Empfangen in reiner Liebe seitens der Frau möglich sein, sofern die Frau diesen Mann einzig und allein auserwählt hat. Damit macht sie ihn zum Auserwählten, wodurch ein Liebesband entstehen kann, das bis zur Ewigkeit reicht. Der Körper der Frau wird in diesem Zusammenhang zum Heiligen Gral, in der das Herzblut (der Heilige Geist – nicht der Same) des Mannes ergossen wird. Empfängt eine Frau den Heiligen Geist, ist das Paar in wahrhaftiger Liebe.

Lilith, die erste Frau Adams, wusste noch um diesen Zustand. Als sie gewahr wurde, dass Adam „oben liegen“ wollte um sich Lilith untertan zu machen, erkannte Lilith, dass Adam nicht mehr vom reinen Heiligen Geist durchdrungen war, und dieser einer Art Machtanspruch gewichen war. Dem wollte Lilith sich natürlich nicht unterordnen und so gerieten die beiden in einen Streit, der damit endete, dass Lilith das Paradies verließ. Bekanntlicherweise schnitzte Gott dann aus Adams Rippe eine Frau, die er Eva nannte und die er Adam untertänig machte. Damit war jedoch die Balance zwischen dem Männlichen und Weiblichen gestört, und das Paar fiel aus dem Paradies. In der Bibel wird berichtet, dass Eva von der Schlange verführt wurde, was auch stimmt. Denn wer untertänig ist, wird von der Schlange (dem Teufel) geführt und verführt und nicht von Gott. Was in der Bibel jedoch nicht erwähnt wird ist, dass Adam sich bereits zuvor vom Gegenspieler des Heiligen Geistes hat verführen lassen, indem er nach Macht strebte und sich die Frau untertan machen wollte. Dies wird immer zu einem Sündenfall führen, denn weder das Weibliche, noch das Männliche, kann sich die andere Seite untertan machen. Das Paradies existiert nur in einer voll-kommenen Balance, in der beide Seiten in exakter Ausgeglichenheit und Harmonie bestehen.

Man könnte nun sagen, dass dann ja Adam, also das Männliche, die Schuld am Sündenfall trägt. Befragt man jedoch den Heiligen Geist, so urteilt und verurteilt er natürlicherweise nicht. Die Antwort auf die Schuldfrage ist, dass es keinen Schuldigen gibt, denn alles ist aus dem Nichts-und-Allem-was-ist entstanden, welches sich hat aus der Einheit in die Zweiheit/Trennung fallen lassen, wodurch die Schöpfung und das Entstehen der Erde erst möglich war. Dies ist nichts Schlechtes, sondern etwas Wundervolles… denn wer ist nicht fasziniert von den Schöpfungen auf Erden. Die Aufgabe des Menschen besteht nun darin, die Polaritäten ins Gleichgewicht zu bringen, was zur Auflösung von Leid, Krankheit und sogar dem Tod führen kann. Sobald Weiblich und Männlich in Harmonie gehalten werden, besteht keine Notwenigkeit mehr, sich zu bekämpfen. Beides kann nebeneinander bestehen und niemand muss den anderen bekämpfen oder sogar töten aus Angst, selbst getötet zu werden. Dieser Angstaspekt wird auch in Matrix aufgegriffen. In der Schlussszene der Matrixwelt läuft Neo um sein Leben und versucht das klingelnde Telefon im Zimmer 303 zu erreichen. In dem Moment, als er ins Zimmer rennt, steht direkt vor ihm der Agent, der in niederschießt. Erst als er tot ist und alles verloren scheint, sagt Trinity ihm, dass sie nun keine Angst mehr habe und ihn liebe. Die Angst ist somit der Liebe gewichen, und der Glaube an diese Liebe wird erst durch Trinitiy bestärkt und dann durch Neo selbst. Durch den besiegelnden Kuss wird aus zwei EINS, in dem beide Seiten in Harmonie nebeneinander und miteinander bestehen können.

Auf dieser Erde ist für beide Platz. Beide Seiten, die Männliche und die Weibliche, können nebeneinander bestehen… in Harmonie, Ausgeglichenheit und ohne Kampf um auf ewig zu leben.