Karezza

Karezza (italienisch für Zärlichkeit) ist ein Begriff, der vor ungefähr einem Jahrhundert von einem Arzt geprägt wurde: Bei diesem sexuellen Liebenspiel versucht man  nicht, irgendetwas zu steuern oder zu kontrollieren. Man schließt einfach die Augen und fühlt, wie die Energien ins Herz strömen, in den Kopf, die Genitalien und die des Liebespartners. Dabei erlaubt man den Energien frei zu zirkulieren. Man entspannt sich die ganze Zeit und geht immer wieder ins Herz. Der Schlüssel ist müheloses Be-Wusst-Sein! Alle Energien werden nach oben gezogen, durchfluten die gesamten Chakren und verteilen sich im ganzen Körper der Liebenden. Während dies geschieht, werden Anzeichen von Geilheit in Gefühle der Liebe verwandelt, und das Bedürfnis nach dem üblichen kurzen Orgasmus nimmt ab. Vielmehr wird ein vitalisierender Ingasmus innerhalb des Körpers aufgebaut, der auch noch Tage später anhält. (Teil-Auszug aus dem Buch: „Das Gift in Amors Pfeil„)

 Laut dem Sexualwissenschaftler Max Marcuse ist Karezza eine „Liebeskunstfertigkeit“, durch welche dazu bereite und -befähigte Menschen zu ungewöhnlichen Glücksgenüssen gelangen können.

Über Karezza gibt es Filme wie „Sex versus Liebe“ und Bücher, von denen die ersten bereits vor mehr als 100 Jahren geschrieben wurden. Letztere gewinnen seit einigen Jahren wieder an Aktualität. Weiterhin berichten Anwender davon, dass ihnen das Wissen durch Eingebungen von der geistigen Welt vermittelt wurde. 

Karezza wird vielfach falsch verstanden. Auf den ersten Blick mag es den Eindruck erwecken, es ging um ein Zölibat, die sexuelle Enthaltsamkeit oder auch nur darum, die Sexualität zurückzuhalten…. doch das Gegenteil ist der Fall.

Bei Karezza handelt es sich um einen neuen L(i)ebensstil, der sich der Bewusstwerdung der höchsten göttlichen L(i)ebensenergie widmet. Es ist ein häufiges intensives Einlassen von Liebenden nicht nur im Bereich des Körpers, sondern vor allem auch des Geistes und der Seele. Insbesondere die Transformation der einfach (primitiven) sexuellen Lustenergien steht dabei im Vordergrund, die der Mensch mit Hilfe seines BeWusst-Seins in göttliche L(i)ebensenergie verwandeln kann. In geistigen Einweisungen kann dies ganz bewusst nachvollzogen werden. Die Energie wird mit dem achtsamen Bewusstsein wie aus einer Quelle zum Fließen, Aufsteigen und Sprudeln gebracht, so dass sie höheren Regionen durchdrungen und zu einem höheren gelebten BeWusst-Sein geführt werden (Be-wusst-sein ist das gelebte Wissen im Sein).

Der eigentliche Schlüssel beim Karezza liegt jedoch im heiligen Samen des Mannes, der nicht nach Außen verschüttet wird, sondern geschützt in seinem Raum bzw. im Körper des Mannes verbleibt, von wo aus er wirken kann, sowohl in seinem als auch indirekt und ausschließlich energetisch im Körper der Partnerin, da beide während der Vereinigung EINS werden. Diese vom Paar magnetisierte Lebensenergie wirkt mit Hilfe der Millionen von Samenzellen energetisch, heilend und vitalisierend zugleich. Somit wird bei Karezza kein üblicher Orgasmus mit kurzem Samenerguss gelebt, sonder ein langanhaltender “Ingasmus”, der den Samen erhält/erhöht.

Die Samen (der Pflanzen) spielen auch in einer vitalkostreichen Ernährung eine besondere Schlüsselrolle, denn kaum etwas beinhaltet so viel Kraft wie gekeimte Sprossen und Saaten. Von daher erscheint es sehr logisch, den menschlichen Samen ebenfalls als etwas sehr Hochwertiges zu erkennen und ihn nicht nach Außen zu verschütten/verschwenden.

Denkt man einmal darüber nach, dass Millionen von Samenzellen nach dem Liebessex sterben müssen, wird sehr schnell klar, dass dies im Widerspruch zur allgemeinen vitalisierenden Lebensenergie steht. Die Samen des Mannes sind in gewisser Weise die Kinder des Geliebten, die zuerst durch die gelebte Liebe von Mann und Frau zur Aktivität angeregt werden und anschließend aus dem Körper des Mannes ins Verderben gelockt/geschleudert werden. Dieser Vorgang ist aus natürlicher Sicht unlogisch. Keine Frau will die Samen/Kinder des geliebten Mannes sterben sehen… und schon gar nicht Millionen von Samenzellen… ein regelrechtes Massensterben findet somit statt. Eine unnötige Verschwendung, zumal man für das Erschaffen eines Kindes nur einen einzigen Samen braucht, der geschützt im weiblichen Ei weiterleben darf. Diese eine Samenzelle entweicht beim göttlich gelebten und geführten Karezza ganz bewusst und mithilfe des sogenannten Sehnsuchtstropfens (Suche/Wunsch zu Sehen / zu Erkennen – der Weg der Erkenntnis). Die Schwangerschaft, die ohne Orgasmus, aber mithilfe des Sehnuchtstropfens entsteht, wird in der Bibel mit dem Begriff der „unbefleckten Empfängnis“ beschrieben. Es muss somit keine einzige Samenzelle sterben, um neues Leben zu erschaffen.

Das, was im allgemeinen in den Schlafzimmern von Liebenden praktiziert wird, ist laut Karezza eigentlich das Gegenteil von Vitalität und Lebenskraft.

Ein weiterer interessanter Zusammenhang zwischen Ernährung und Sexualität zeigt sich auch im Suchtverhalten (was von Suche kommt). Wenn der Mensch nicht mehr süchtig nach Sex bzw. Orgasmen ist, sondern die Energie als göttliche Sexual- bzw. Schöpfungsenergie erkennt, innerlich transformiert und für die innere Nährung und Revitalisierung des Mannes und indirekt auch der Frau nutzt, dann verschwinden Essenssüchte ganz von allein. Dies drückt sich auch in einem der sieben kosmischen oder hermetischen Gesetze aus, „wie oben, so unten”. In diesem Zusammenhang kann noch erwähnt werden, dass Hermes als der Schutzgott des Verkehrs bekannt ist.

Von Praktizierenden werden eine tiefere emotionale Verbundenheit mit dem Partner, lustvollerer Geschlechtsverkehr und holistische und kosmische Orgasmuserfahrungen berichtet.

Somit ist es ein kosmischer Vorgang, wenn Liebende geführt werden und Kinder im geführten Schutz zu uns kommen. Dies ist ganz natürlich und gefühlsmäßig stimmig, nicht nur in der Liebe, sondern auch in anderen Bereichen wie der Berufung etc. Die Führung kann in der geistigen Welt von dem Höheren Selbst, den Engeln und anderen Wesen ausgeführt werden. Im Bereich der Liebe wird hierbei immer wieder Erzengel Gabriel(a) genannt.

Katerstimmung nach dem üblichen Orgasmus

Die Enthaltsamkeit vom üblichen schnellen Orgasmus – oder besser gesagt – das orgastische Bewusstsein gilt im übrigen nicht nur für die Paarsexualität, sondern auch im Bereich der Selbstbefriedigung – sowohl die Masturbation betreffend als auch im Bereich jeglichen Samenergusses. Achtet man einmal bewusst auf die Energien des Körpers vor und nach dem Orgasmus, stellt man fest, dass durch den orgastischen Dopaminschub ein recht heftiges hormonelles Ungleichgewicht entsteht, durch das man für mindestens zwei Wochen alle möglichen „Kater“-Erscheinungen hat (z.B. Stimmungswechsel und Wahrnehmungsstörungen). Beim Karezza hingegen entsteht Oxytocin statt Dopamin, was für eine wohlige Glückseligkeit sorgt. In dem Buch „Das Gift in Amors Pfeil“ heißt es dazu: „Ein Orgasmus kann Stimmungswechsel und Veränderungen unserer Wahrnehmung bewirken, die für ungefähr zwei Wochen anhalten. Diese Veränderungen betreffen beide Geschlechter und sie werden auch durch Masturbation hervorgerufen.“

Weiterführende Informationen:

  • Das Gift in Amors Pfeil – ein Buch über Karezza, Magnetismus und Elektrizität zwischen Liebenden.
  • Sex vs Liebe oder das Geheimnis aller Religionen
  • sagneinzupmo.blogspot.com.au – Blog mit ähnlichem Thema (youtube.com/channel/UCurqG8U7tDNVerkJsYo8BUQ)
  • 3 Jahre NoFap & Vegan: youtube.com/watch?v=7G8ZckwMy0g
  • RawVegan-NoFap: youtube.com/channel/UCp4_eaWIdkiW37Fg4Moi9Ag
  • Sex wie auf Wolke 7 – Bärbel Mohr
  • Dr. Stanley Bass – The Ultimate Raw Diet & Energy-Karezza
  • Sex Perfection and Marital Happiness – Rudolf von Urban, M.D.
  • karezzaliebe.de/page-592550-2.html
  • Buddhistisches weißes Tantra (zu unterscheiden von der schwarzen oder grauen Variante)
  • Sahaja Yoga
  • Taoistischen Philosophie: sieht den Samenerguss als Kraftverlust
  • Daoismus bzw. daoistische Sexualpraktiken 
  • John Humphrey Noyes, 19. Jahrhundert im Buch „Male Continence“ v. 1872
  • US-Ärztin Dr. med. Alice Bunker Stockham prägte den Begriff Karezza mit dem 1896 erschienen Büchlein „Karezza. Ethics of Marriage – 1897: „Die Reform-Ehe“; Stuttgart, Wilhelm Digel – „Die Brautehe“.
  • I.W. Lloyd, Die Methode Karezza oder Magnetation (Die Kunst der ehelichen Liebe. Der Liebend ist ein Künstler des Gefühls) Amers Fort P.Dz.Veen-Verlag – 80 Seiten

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VERWANDTE SEITEN:

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Infos zum Buch unter: Das Gift in Amors Pfeil

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Ganzer Film unter: Sex versus Liebe

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Infos zum Buch unter: Lilith – Weisheit der ungezähmten Frau